…und das nicht erst seit heute!

Schon vor einigen Jahren habe ich versucht diverse Clubbesitzer vom Konzept einer Deutschrap-Party zu überzeugen. Damals wurde ich nur müde belächelt. HipHop- oder Rap-Veranstaltungen ohne englischsprachige Musik konnte und wollte man sich nicht vorstellen. Dass die Leute zu Musik in ihrer eigenen Sprache eigentlich noch extremer feiern und dass deutscher Rap auch damals schon eine ausreichend große Bandbreite an Clubtauglichen Songs vorweisen konnte, wurde gekonnt wegignoriert. Hier und da konnte man mal einen deutschen Rapklassiker à la Reimemonster oder Grüne Brille in ein DJ-Set einstreuen – das war dann aber auch schon das allerhöchste der Gefühle. Und wir reden hier nicht von Mitte der 2000er, wir reden hier bereits von der Zeit der großen Hypes um Rapper wie Casper oder Marteria und diversen Nummer 1 Alben aus dem Bereich der deutschsprachigen Rapmusik.

Heute, im Jahre 2015, ist der Deutschraphype der größte seiner Art und absolut niemand kann sich dieser Musik mehr entziehen. Die breite Masse hat sich daran gewöhnt, dass inzwischen auch „Sprechgesang“ zur Musik zählt und Beleidigungen oder Schimpfwörter zum Alltag zählen. Vor rund 10 Jahren wurde noch jedes kritische Wort zensiert, heute darf ich „ficken“ im Radio sagen und man zuckt nicht einmal mit der Augenbraue. Deutschrap ist also angekommen. Ob er genau dahin wollte oder genau dahin gehört, ist ein anderes Thema, aber genau jetzt gehört er auch in die Clubs!

Und seit einiger Zeit trifft man ihn auch genau da. Seien es die Reimemonster Partys in meiner Heimat Saarbrücken, die Beste Partys von Berlin bis Frankfurt, oder die Rapfilm Partys in Stuggi. Und aus eigener Erfahrung muss und kann ich sagen: Diese Partys sind zu 99% ein Riesenerfolg. Lange Schlangen vor dem Club, gefüllte Tanzflächen und ausufernde Menschen soweit es die jeweilige Location zulässt. Es läuft Haftbefehl, Casper, Torch und Aggro Berlin – und jeder feiert alles. Wir brauchen hier keine Grenzen. Mission geschafft? Noch nicht ganz.

Denn diese Veranstaltungen sind aktuell noch Einzelfälle, die man maximal alle 1-2 Monate in der jeweiligen Stadt antrifft. Und genau deshalb schreibe ich diesen Kommentar: Deutschrap verdient noch mehr Platz in euren (Facebook-)Veranstaltungskalendern – und zwar genau jetzt. Und wenn ihr es nicht macht, muss ich das halt wieder selbst in die Hand nehmen.

Black Beat Partys sind tot, lang lebe Deutschrap!

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